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Pressespiegel

Interviews und Kritiken, die in der Presse erschienen sind:


Süddeutsche Zeitung, 14.10.2014

Leichen und Moral

„Der Schnitter“ - ein Krusical der ganz besonderen Art im Hinterhalt

Artikel in neuem Fenster öffnenGeretsried – Punk und Volksmusik, Unterwelt und Wirtshaus, Zylinder und Zither, Leichen und das ruhige Wolfratshausen der achtziger Jahre - geht denn das alles zusammen? Und wie gut das geht! Begeistert applaudiert das Publikum am Sonntag im vollbesetzten Geltinger Hinterhalt, solch einen Bühnenauftritt hat es bisher noch nicht gesehen - ein Krusical, also etwa so was wie eine recht schräge Mixtur aus spannender Krimilesung und fetzigem Musical. Auch Musiker Sepp Müller schüttelt hinter seinem Schlagwerk immer noch ein wenig ungläubig den Kopf: ,,Dass ich mal mit einem älteren Amtstierarzt ein Rammstein-ähnliches Lied über die Moral auf die Bühne bringe, hatte ich nie gedacht!“ Im Gegenzug hat sich vermutlich auch der im Hauptberuf als Veterinär tätige Krimiautor Georg Unterholzner diese Zusammenarbeit vor einiger Zeit noch nicht so recht vorstellen können. Aber das Projekt hat so stattgefunden und es ist bestens gelungen. Und so konnten Georg Unterholzner und d'Housemusi am Wochenende vor vollem Haus erfolgreich Premiere feiern.

„Der Schnitter“ ist der mittlerweile fünfte Band der Regional-Krimireihe von Tierarzt und Autor Georg Unterholzner. Jetzt ist der Krimi, in dem der Kriegsveteran Schnitter in einen mysteriösen Mordfall im Wolfratshauser Bräuwirt verwickelt wird zu einem Krusical umgearbeitet worden. Ein komplett gelungenes Gesamtpaket ist da entstanden: Eine donnernde, coole Bühnenfassung dicht gefüll mit kraftvoll-derben Dialogen und Sprechgesang des stimmstarken Unterholzner, ordentlich Dialekt und packender musikalischer Begleitung von d'Housemusi, die mit ihrer Besetzung - E-Zither, Diatonische, Gitarre und Schlagzeug - einen Sound auf die Bühne bringen, den man so ganz sicher nicht alle Tage zu hören bekommt. Unterholzner selbst sagt dazu: ,,Die E-Zither ist das schärfste Gerät im Oberland“. Wahrend Musiker Toni Fischer (E-Zither) singend feststellt: ,,Lieber Johnny Rotten als Schlagerdreck“. Martin Regnat (Diatonische, Gitarre) macht das beeindruckende Trio schließlich perfekt. Die Riffs hart am Holz, die Beats knackig, der Klang klar und deutlich, begleiten sie die temporeiche Krimilesung mit einer imposanten Mischung aus Stubnmusi, Rock, Punk und ein paar Gstanzln. Überhaupt wird mit Sprüchen nicht gespart im Krusical ,,Der Schnitter“, da geht es um Weiber, Waffen und den Krieg, einen Punk mit grünen Haaren, einen österreichischen Zuhälter, einen erschossenen Rheinländer sowie den fehlenden Verbalcharme der Bayern - aber auch um Moral und Justizia. Und ein Ende, das ganz sicher so nicht erwartet wurde - und das dann auch ein klein wenig anders ist als im Buch.

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Tölzer Kurier, 25.08.2014

Ein abgründiges Vergnügen

Georg Unterholzner und die Landratsamt-Band mit gelungenem Debüt auf zwei Loisachflößen

Von Dieter Klug

Artikel in neuem Fenster öffnenWolfratshausen – Vor einem knappen Jahr begeisterten Georg Unterholzner, Krimi- Autor und Veterinär aus Ascholding, sowie die Landratsamt- Band bei einem Benefizauftritt für die Flutopfer. Jetzt hatte Unterholzner die Idee, das Ganze auf einem Floß auf der Loisach zu wiederholen – quasi als Hommage an den Fluss und Wolfratshausen. Der Reinerlös kam diesmal dem Bayerischen Hospiz- und Palliativverband zugute. Dessen Vorsitzender Dr. Erich Rösch war persönlich auf den Stämmen dabei und begrüßte die rund 200 gekommenen Gäste, die das Doppelfloß bis auf die letzte Bohle besetzten. Fritz Schnaller hieß als Zweiter Bürgermeister viele Stadtratskollegen willkommen, auch Ex-Bürgermeister Reiner Berchtold mit Ehefrau. Schnaller lobte den Gemeinsinn, der dieses Event möglich gemacht hätte. Neben Unterholzner und der Landratsamt-Band dankte er der Flößerei Seitner, LM-Systems, der Metzgerei Knöbl, den Kräuterpädagoginnen, Getränke-Orterer, dem Allitera- Verlag, Bavaria-Werksschutz („was immer auch geschützt werden muss“), der Wirtshaus Flößerei, die die Gläser zur Verfügung gestellt haben („sonst hätten alle aus dem Fass zutzeln müssen“) – und Kulturmanagerin Marion Klement, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre.

Für „die Neuen“ stellte Landrat Niedermaier (Klarinette) seine Band vor: Michael Grasl (Tuba), Sepp Kloiber (Gitarre und Gesang), Dr. Anton Wurm (Quetsche), Manfred Kastenmüller sowie Toni Margreiter und Michael Lindmair (Blech). „In der Formation sind wir nicht oft, aber schon ein paar Mal aufgetreten“, sagte Niedermaier. Nur Augen- und Ohrenschmaus „Katastrophen-Heidi“ (Heidi Kantner vom Amt für Katastrophenschutz) war am Freitagabend verhindert.

Unterholzner las die Geschichte vom „Verschwundenen Flößer“ aus dem Sammelwerk „Finsterböses Bayern“ nicht. Nein, er spielte sie in allen mimischen und stimmlichen Facetten. Der Ascholdinger ist Autor und genialischer Interpret zugleich. Jede Person bekommt eine eigene Stimme, einen ganz persönlichen Charakter. Zitate, wenn sie auch noch so schön sind, machen keinen Sinn. Nur Lesen hilft, wenn man schon nicht live an der Floßlände dabei sein konnte. (Kostprobe: „Das unrechte Weib macht aus jedem Mann einen Deppen“). Die Truppe auf der Bühne, die vor der Veranstaltung vergrößert werden musste (Niedermaier: „So dünn sind wir auch nicht“), kam rüber wie der Wolf und die sieben Wilderer.

Unterholzner lieferte im „Verschwundenen Flößer“ wie auch in seinem nach der Pause angelesenen Roman „Der Schnitter“ ein fein gesponnenes Psychogramm der Angehörigen des bairischen Stammes rund um Wolfratshausen. Nur so viel sei zur Flößergeschichte verraten: Das Ende beim Floß-Event war noch schöner als im Druck, denn auf der Loisach heiraten die Protagonisten und nennen die Tochter Agnes, die ein besonders hübsches Mädchen wurde.

Es war ein kalter, aber grausig-gruselig-schöner Abend. Die Loisach gurgelte, die Band spielte, und der Autor las und spielte gleichsam um sein Leben. Und nicht nur wegen des frenetischen Applauses gab’s eine Zugabe. Die hatten die Protagonisten sowieso schon vorbereitet.

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Tölzer Kurier, 21.11.2013

Mördersuche mit Körpereinsatz

Autor Georg Unterholzner macht aus Krimi-Lesung fast ein Ein-Mann-Theaterstück

von Susanne Weiss

Artikel in neuem Fenster öffnenBad Tölz – Georg Unterholzner kann spannend schreiben. Das hat er mit fünf Krimis bewiesen. Nun hat er in der Buchhandlung Rupprecht bewiesen: Er hat auch beim Vortragen den Bogen raus. Spannend und witzig las er aus seinem neuesten Buch „Der Schnitter“ vor. Zusätzliche Akzente setzte an dem Abend Unterholzners 19-jhriger Sohn Schorschi, der die Lesung musikalisch begleitete. Mit Gitarrenklängen baute er Spannung im Raum auf und unterstrich die Handlung mit Liedern wie „Una bella Signorina“ von Isar-Indianer Willy Michl oder „Golden Brown“ von The Stranglers. Kein Wunder, dass Unterholzner nicht nur gerne gelesen, sondern eben auch gern gehört wird: 30 spürbar gespannte Krimifans hatten sich in der Buchhandlung eingefunden.

Im fünften Krimi des Hobby-Schriftsellers, der hauptberuflich Tierarzt im Tölzer Veterinramt ist, begleiten die Leser erneut Max und Kaspar auf der Suche nach einem Mörder, diesmal im Wolfratshausen der 1980er-Jahre. Im „Bräu“, den Max inzwischen bernommen hat, wird ein Kölner Geschftsmann erschossen. Schnell stellen die beiden Freunde fest, dass es mehr als einen Grund gab, den Rheinländer umzubringen. Die schöne Kellnerin Erika scheint ihn aus ihrer dunklen Vergangenheit im Rotlichtmilieu zu kennen. Der Kriegsveteran Ludwig Schnitter bezichtigt sich gar selbst des Mordes.

Wer der wahre Täter ist, das erfuhren die Zuhörer in der Lesung nicht. Doch nicht minder gebannt lauschten sie Unterholzners sanfter Stimme, mit der er seinen Worten schaurigen Nachdruck verlieh, wenn es um Leiche und Täter ging. An einer Stelle, an der herauskommt, wer da blutverschmiert hinter einer Tür liegt, brummte Unterholzner derart, dass es dem Zuhörer eiskalt den Rücken herunterlief. Für jede seiner Personen hatte der 52-Jährige eine andere Tonlage im Repertoire.

Den „Bräu“-Stammgast Ludwig Schnitter ließ er in grantigem Dialekt sprechen. Der Wolfratshauser Max bekam ein jugendlicheres, weicheres Bairisch, das fast ein bisschen näselnd daherkam. Beim Vortragen der Dialoge verlagerte der Autor das Gewicht von einem Bein aufs andere, bog sich nach vorne und hinten. Dank der ausgeprägten Körpersprache wirkte die Lesung fast wie ein Ein-Mann-Theaterstück. Gelegentlich verlieh Unterholzner seinen Worten mit erhobenem Zeigefinger Nachdruck oder hauchte einer Person mit einer Ich-weiß-nicht-Geste Persönlichkeit ein.

Auch seine Mimik hatte Unterholzner wahrlich im Griff. Da wurden die Augenbrauen zusammengezogen, oder die Stirn in Falten gelegt. Tauchte die schne Erika auf, leuchteten seine Augen, und er ließ ein Lächeln aufblitzen. Wie lange man Max und Kaspar noch begleiten darf? „Das weiß ich nicht, bei Männern geht es in dem Alter ja schon abwärts“, sagte Unterholzner und lachte. Aber er habe ja gewisse Einblicke in diese Entwicklung. Da wird „Der Schnitter“ wohl nicht sein letzter Oberbayern-Krimi gewesen sein.

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Tölzer Kurier, 14.11.2013

Präzise beobachtet, kernig geschrieben

„Der Schnitter“ heit der fünfte Krimi aus der Feder von Georg Unterholzner. Diesmal geht es unter anderem um Menschen, die der Zweite Weltkrieg verändert hat.

von Susanne Elgass und Christiane Mühlbauer

Artikel in neuem Fenster öffnenBad Tölz/Ascholding – Eineinhalb Jahre hat Unterholzner, der in Ascholding lebt und im Tölzer Landratsamt arbeitet, an seinem neuen Krimi gearbeitet. Max und Kaspar, die beiden Buben, die die Verbrechen aufklären, sind mittlerweile groß geworden. „Dass ich sie bei ihrem Erwachsenwerden begleiten darf, ist etwas, was mir wirklich Spaß macht“, sagt der 52-Jhrige. Denn mit zunehmenden Alter der Burschen würden auch die Themen ernster. „Das Buch ist aber auch lustig. So wie im richtigen Leben.“

Die Geschichte spielt im Wolfratshausen der 1980er Jahre. Max hat inzwischen den „Bräuwirt“ übernommen. Als dort ein Kölner Geschäftsmann erschossen wird, beginnen er und Kaspar mit ihrer Detektivarbeit. Für Unterholzner ist es eine Herausforderung gewesen, die oberbayerische Wirtshauskultur so zu schildern, „wie sie wirklich ist“. Stammgast im Bräu ist Ludwig Schnitter, ein Immobilienmakler und Kriegsveteran, der dort seine Geschäfte einfädelt und abwickelt. Mit von der Partie ist auch die bildhübsche Bedienung Erica, die eine tragische Vergangenheit im Rotlichtmilieu hat.

Die Idee zur Figur vom Schnitter hatte Unterholzner dank seines Vaters Adolf, der im Zweiten Weltkrieg gedient hatte. Weil dieser durch die Funker-Prüfung fiel, wurde er in Dänemark stationiert. „Deshalb hat er vom Krieg anvorderster Front wenig mitbekommen.“ Später, während eines Urlaubes, habe sein Vater einen Freund getroffen, der an der Front gekämpft hatte. „Der war dadurch total verändert. Für den war ein Leben nichts mehr wert“, erzählt der Autor.

Die Figur des Schnitter in seinem Buch sei ähnlich gestrickt. Er macht seine Geschäfte, wie er will, und ist dabei sehr berechnend und kalt – aber auch erfolgreich. Der Roman spielt in den 1980er-Jahren. Damals sei die Nachkriegszeit noch ganz anders präsent gewesen als heute. Dem „Schnitter“ hat Unterholzner die Figur der Erica gegenübergestellt. „Erica musste sich prostituieren so wie Schnitter für den Krieg – und beide können ihre Vergangenheit nicht hinter sich lassen.“ Das Buch ist in der typischen Unterholzner-Sprache geschrieben: Präzise Milieubeschreibungen, kurze Sätze, knackige Sprache. Und kernige Zitate. Unterholzner studiert gerne seine Umgebung.

Ein Beispiel: „,Der Oberlandler ist der weiblichen Schönheit nicht abgeneigt. Die Leute des Landstrichs südlich von München sind oft recht gutaussehend. Man nimmt dies wahr und freut sich daran, denn eine Schöne frisst auch nicht mehr als eine Schiache‘, sagen die Leute.“

Wer der Mörder ist, verrät Unterholzner natrlich nicht. Übrigens sei er sich dessen am Ende selbst nicht mehr sicher gewesen: „Eigentlich wusste ich von Anfang an,wer der Mörder sein sollte.“ Allerdings habe sich die Geschichte beim Schreiben verselbstständigt. „Am Ende war es ein ganz anderer.“ Das passiere ihm oft: „Ich beginne zu schreiben, und dann geht die Geschichte in eine ganz andere Richtung. Dann schreibt es sich fast ganz von alleine.“ Deshalb sei er selbst immer gespannt, wie die Leser auf seine Bücher reagieren.

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Stadtbibliothek Puchheim, 16.10.2013

Krimilesung von Georg Unterholzner

Trotzt pechschwarzer Regennacht haben sich zahlreiche neugierige Puchheimer in ihrer Stadtbibliothek zur Krimilesung mit Georg Unterholzner eingefunden, angelockt von den Ankündigungen, die einen unterhaltsamen spannenden Abend versprachen.

von Hariet Paschke

Niemand wurde enttäuscht, die Erwartungen wurden sogar durch die auergewöhnlich glückhafte Verbindung von Text und Vortragsweise übertroffen.

Seine Protagonisten und deren Begleitpersonen, ob alt, jung oder italienisch-deutsch kennzeichnete Unterholzner gekonnt durch ein charaktertypisches Idiom und gab seinen Figuren zudem durch Gestik und Mimik einen hohen Wiedererkennungswert. Damit gewann die Lesung parallel zum Buch eindeutig Unikatcharakter.

Die kleinen alltäglichen und allbekannten Momente eines Lebens, deren Alltagsdialoge und die sich ‚scheinbar unbeabsichtigt’ daraus ergebende Komik und Satire sind es, auf die der Autor die Aufmerksamkeit seiner Leser lenkt. Schicht um Schicht baut er damit die Welt seiner Handlungen auf, in die er seine Hörer suggestiv einlebt.

Sozusagen an die Hand genommen gehen sie auf unterhaltsame, abwechslungsreiche und anregende Weise mit „ihren Protagonisten“ durch deren verschiedene Lebensalterabschnitte, die in den vier bisher erschienenen Bchern niedergeschrieben sind und in denen sie immer wieder spannungsreich aufeinandertreffen. Die Zuhörer wurden vom Autor bis zu jenem Punkt begleitet, wo wiederum Schicht um Schicht das Abtragen beginnen muss, um zur Lösung der Kriminalfälle zu gelangen.

Mit eigenen Liedtexten und zeittypischen Potpourris untermalte und strukturierte Unterholzners Sohn Georg die Lesung und trug so zur Abrundung des Abends bei. Der Abend war eine gelungene Gemeinschaftsveranstaltung des Kulturvereins Puchheim e.V., der Stadtbibliothek und der Buchhandlung Brunling.

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Tölzer Kurier, 28.02. 2013

Mord und Totschlag im Landratsamt

Amtstierarzt und Autor Georg Unterholzner lud zur vergnüglichen Lesung mit der „Kriminalband“ ein

von Egon Hempel

Artikel in neuem Fenster öffnenBad Tölz – „Agatha Christie schreibt nicht mehr. Der Tisch von Sherlock Holmes ist leer Hercule Poirot ist schon lange stumm. Und auch Colombos Zeit ist um.“ Höchste Zeit also, dass ein Veterinärmediziner namens Georg Unterholzner nicht nur schöne Reime zu Papier, sondern auch Krimiromane in Donna-Leon-Manier unters Volk bringt.

Landrat Josef Niedermaier erlebte vor Kurzem ein daraus inszeniertes Spektakel in der Bergwaldbühne in Wolfratshausen, und so lag es für ihn als begeistertem Zuhörer nahe, den Ort der Darbietung einmal in den großen Sitzungssaal des Landratsamts zu verlegen. Hunderte folgten seinem Ruf. Originell war übrigens auch die begleitende „Kriminalband“: Sieben exzellente Musiker, darunter auch ein Bürgermeister an der Tuba, selbstredend der Landrat mit seiner Klarinette, drei vorzügliche Blechbläser von der Tölzer Stadtkapelle sowie der singende Gitarrist Bodo Kloiber zauberten schaurigschöne Klänge hervor. Ob Gregorianischer Gesang, ein gruselig anmutender Trauermarsch, das fetzige James-Bond-Thema oder ein Almlied mit Kuhglocken und Muhen unterlegt – die in heimatlichen Gefilden handelnden Krimigeschichten bekamen die passende akustische Begleitmusik.

Mit seinen Romanfiguren Max und Kaspar formte Unterholzner einen vergnüglichen Extrakt aus seinen bislang vier Romanen. „In Deining wird anständig gestorben, umbracht’ wird da koana“, verkündete der Autor, und so schlängelten sich seine Mördergeschichten zwischen dem sprachlichen Duktus eines Ludwig Thoma und den subtilen Andeutungen einer Agatha Christie hindurch. Wenn dann noch seine beeindruckende Vortragskunst mit einer gelungenen musikalischen Regie gepaart ist, dann spendete das Publikum zu Recht lange Beifall für alle Akteure in diesen Kriminalfällen.

Das Tölzer Landratsamt blieb übrigens bislang von Unterholzners „Taten“ verschont. Wie lange aber noch? Ihm könnte vielleicht schon wieder etwas eingefallen sein – so viele Menschen in einem Amt, das geht doch selten gut…

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www.oberland.de, 17.09. 2012l

Mördergeschichten im finsteren Wald

Krimilesung mit Georg Unterholzner im Bergwald-Theater in Wolfratshausen

von Andrea Weber

Artikel in neuem Fenster öffnenSo richtig gruselig wurde es nicht, dafür umso humorvoller und heimatverbunden. Georg Unterholzners Mördergeschichten sind auch keine Thriller zum Fürchten, sondern erinnern eher an die Lausbubengeschichten eines Ludwig Thoma, nur moderner und regional auf Wolfratshausen und dessen Umgebung bezogen.

Gut einhundert Krimifans waren am Freitagabend gekommen und hatten sich mit Decken und heißem Tee gegen das aufsteigende Wald-Frösteln gewappnet. Das Bayerische Fernsehen zeichnete die Lesung mit musikalischer Begleitung der »Killercombo« für ein Porträt über den gebürtigen Deininger Autor auf, das demnächst unter der Reihe »Vom Spessart bis zum Karwendel« gesendet werden soll.

zum Artikel auf www.oberland.deVom Dasticka, Dahänga bis zum Dawürgn

Dreihundert Krimis habe der Max als 14-jähriger Bub gelesen, darunter Klassiker wie den »Mord im Orientexpress« und fünf Exemplare von Agatha Christi. Das habe ihn zum Ermittlungsexperten gemacht, stellte Autor Unterholzner seinen Hauptprotagonisten Max vor. »Er kenne alle Methoden, vom Dasticka, Dahänga bis zum Dawürgn«. Wo es eine Leiche zwischen Wolfratshausen und München gebe, da seien Max und sein Spezi Kaspar die ersten vor Ort. Es sind keine spektakulären Mordfälle, eher solche mysterisen Unglücksfälle, wo sich schnell herausstellt, dass jemand die Finger im Spiel haben musste. Zum Beispiel liegt der tote Zivi im Wohnzimmer der Elli, die im Rollstuhl sitzt. Zwei Tote, die keiner vermisst, werden oben am Jochberg im Bachgraben gefunden. Und schließlich lauschen Max und Kasper zufällig dem intriganten Erbschaftsstreit um den alten Hof vom „Kandlbinder«.

Doch die Auflösung der Fälle bekam das Publikum bei der Lesung natürlich nicht zu hören. Georg Unterholzner präsentierte verständlicherweise nur Auszüge aus seinen bisher veröffentlichten vier Büchern »Die dritte Leich«, »Schlachttage«, »Mörderlatein« und »Die Gezeichneten«. Er führte mit bildhaften Beschreibungen sein Publikum ins ländliche Mörder-Milieu und amüsierte mit witzigen und urbayerischen Dialogen.

zum Artikel auf www.oberland.deGeorg Unterholzner ist ein fabelhafter Erzähler und Schauspieler

Georg Unterholzner, der normalerweise als Amtsveterinär beim Tölzer Landratsamt arbeitet, ist ein fabelhafter Erzähler und Schauspieler. Er wechselte flink die Rollen und erweckte die Charaktere mit Betonung und Temperament zum Leben. Zwischen den einzelnen Handlungen spielte die eigens für den Abend arrangierte »Killercombo« – aus Sohn Georg Unterholzner jun. (Gesang und Horn), Musiker und Chorleiter Roland Hammerschmied (Gesang und Trompete) aus Geretsried und sein Sohn Marius am Schlagzeug. Immer mit der richtigen Melodie leiteten sie die Textpassagen ein.

zum Artikel auf www.oberland.de»Wir mssen die kleinen Kulturveranstaltungen schützen.«

Nirgendwo anders hätte diese Krimi-Nacht besser gewirkt, als in der schön-schaurigen Umgebung der Wolfratshauser Bergwaldbühne. Für ihren Erhalt plädierte Kulturreferent Wiggerl Gollwitzer. Landrat Josef Niedermaier ist der Meinung, dass in Wolfratshausen, entgegen der öffentlichen Meinung, doch viel kulturell geboten sei. »Wir sind nur leider oft vom extremen Überangebot übersättigt, umso mehr müssen wir die kleinen Kulturveranstaltungen schützen.«

Link zum Artikel    

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Paraplegiker 2/12 > www.humanis-verlag.de

Der inklusive Krimi:
Georg Unterholzner - Die Gezeichneten

Der Verlag hatte recht: Das Buch interessiert mich. Es spielt in den 70ern, die handelnden Personen studieren, allerdings im mir weitgehend fremden München, hier im angesagten, von (Lebens-)Künstlern besiedelten Stadtteil Schwabing. Dort spielte z.B. 1968 auch der deutsche Film »Zur Sache Schätzchen«, der Uschi Glas berühmt machen sollte. In dem jetzt erschienenen Kriminalroman spielt eine querschnittsgelähmte, Rollstuhl fahrende junge Frau namens Elli eine entscheidende Rolle.

Von Peter Mand

Und die ist ein Schätzchen der ganz speziellen Art. Sie schafft es locker, den ihr nur flüchtig bekannten Kommilitonen Kaspar, der auch auf Lehramt studiert, mitten in der Nacht bei strömendem Regen quer durch die halbe Stadt zu sich zu rufen. Und das lediglich mit ein paar Versprechungen vor allem in Bezug auf eine sturmfreie Bude (Sex mit der Freundin im katholischen Wohnheim war vor 35 Jahren noch undenkbar...). Dazu noch einige Schluchzer in den Hörer gehaucht und der naive Kaspar ist aus dem Stand bereit, die vakante Stelle des Pflegers bei dem verwöhnten Rolli-Mädel anzutreten. Der Haken: Sein Vorgänger Horst liegt tot in seinem Zimmer in der Wohnung der Dame,

Damit nimmt eine Geschichte ihren Anfang, die zwischenzeitlich durchaus spannend verläuft und dazu noch zeitgemäßes Lokalkolorit bietet. Die dritte Zutat, die am meisten Unterhaltungswert beisteuert, ist der Reigen der Figuren. Kapspar als Ich-Erzähler bleibt fast noch am blassesten. Das passt aber auch zu ihm. Der tote Pfleger entpuppt sich im Nachhinein als Kleinkrimineller mit fragwürdigen Freunden. Dann gibt es noch die Eltern von Elli: Ein kaltschnäuziger Rechtsanwalt mit fast ebenso fragwürdiger Klientel wie sich herausstellt, und eine Mutter mit entstelltem Gesicht. Wichtig für die Handlung ist noch Max, ein Mönchsnovize und Schulfreund des Erzählers.

Wie es sich für einen guten Krimi gehört, bleibt das Geschehen lange rätselhaft. Daran ändern auch die Ermittlungen der Polizei wenig, vor allem in Gestalt eines gutmütigen, scharfsinnigen und übergewichtigen Kriminalbeamten, der die beiden Jungs aus den vorhergegangenen Kriminalfällen (Die dritte Leich, Schlachttage, Mörderlatein) kennt. Er erinnert in seiner Rolle an ähnliche Figuren aus Sherlock-Holmes- und Miss-Marple-Storys, ohne ihre Tumbheit allerdings.

Gefallen kann die Figur der Elli durch ihre Unverblümtheit, unter anderem weiß sie ganz genau, welche Mittel sie einsetzen muss, um sich schließlich ihren Traummann zu angeln. Bis es soweit ist kommt einiges in Bezug auf ihre Assistenzbedürftigkeit zur Sprache, ohne jedoch indiskret ins Detail zu gehen. Ein sympathischer Erzählstil, wenn auch sicher keine Hochliteratur. Die Handelnden jedoch entstehen vor dem Auge des Lesers genau genug, dass er immer wissen will wie es weitergeht.

Mord und Erpressung, Drogenhandel, Körperverletzung und Einbruch sind hier nur Mittel zum Zweck. Ein Serienmörder tritt nicht auf und die Zahl der Opfer bleibt überschaubar. Das Ganze spielt zwar in der Welthauptstadt mit Herz, hat aber etwas im positiven Sinne gemütlich provinzielles. Und wenn am Ende die Elli ihren zukünftigen Schwiegerpapa aber so was von zusammenfaltet, nachdem der meinte sagen zu müssen, sie sei nicht die richtige für seinen Buben, hat uns der Dr. Unterholzner endgültig im Sack. Warum eigentlich? Das Motiv erscheint auf den ersten Blick fast ein bisschen zu politisch korrekt, aber dieses handfeste Mädel überzeugt einfach in ihrer lebendigen und kraftvollen Art. Die wird sogar noch glaubwürdiger durch die menschlichen Schwachheiten in Bezug auf die Bewältigung der Behinderung, die sich im familiären Umfeld abspielen.

Dr. Georg Unterholzner hat ein unterhaltsames und glaubwürdiges Buch geschrieben. Die Figuren sind so interessant, dass sie Lust auf mehr machen, die restlichen Bände der Reihe stehen zumindest schon auf meiner Wunschliste. Und das Thema Behinderung hat er höchst lobenswert integriert: Es trägt zur Spannung bei, macht die Figur lebensecht und liebenswert und wirkt kein bisschen aufgesetzt. So soll es sein.

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Tölzer Kurier, 27.02. 2012

Den Täter kennt am Anfang nicht einmal der Autor

Georg Unterholzner stellt seinen neuen Krimi »Die Gezeichneten« vor – und erklärt, wie sein Beruf als Tierarzt sein Schreiben beeinflusst

Von Claudia Koestler

Artikel in neuem Fenster öffnenBad Tölz – Der Gruselfaktor beim Krimilesen erhöht sich deutlich, wenn Tatorte direkt vor der Haustür liegen, Mord und Totschlag also an wohlbekannten Orten stattfinden und man die Häuser und Wälder kennt, in den gemeuchelt wird. Solche Heimatkrimis zwischen regionaler Wiedererkennung, geerdeter Sprache und diebischer Spannung gelingen dem Ascholdinger Georg Unterholzner. Mit seinen Büchern sorgt er aber auch über die Landkreisgrenzen hinaus für Aufsehen. »Denn seine Mischung aus Bodenständigkeit und Kunst spürt man beim Lesen«, lobte Maria Rupprecht, als Unterholzner am Freitag in ihrer Tölzer Buchhandlung seinen vierten Band vorstellte.

In »Die Gezeichneten« trifft der Leser wieder auf die Nachwuchsdetektive Kaspar und Max. Inzwischen sind die beiden 21 Jahre alt und haben das Abitur in der Tasche. Max hat sich dem Benediktinerorden angeschlossen, Kaspar beginnt in München mit dem Studium. »Im Mittelpunkt des Krimis steht diesmal allerdings zunächst jemand anderes«, verriet Unterholzner den rund 50 Zuhörern der Lesung: Elli, eine junge Frau im Rollstuhl und Studienkollegin von Kaspar.

Der Schock ist groß, als eines Abends Horst, »ihr Zivi, der aussah wie David Bowie, nur mit schöneren Zähnen«, ermordet aufgefunden wird. Und dann taucht auch noch ein geheimnisvoller italienischer Anwalt auf, bei dem Kaspar beobachtet, »dass er nur Fleisch isst. Keinen Salat, kein Gemüse. Nur Fleisch. Wie ein Raubtier.« Und schon geraten die beiden ehemaligen Internatsschüler wieder mitten in die Geschehnisse.

Nachdem in den vorherigen Bänden Kaspar und Max in unserem Landkreis ermittelten, bietet diesmal Schwabing den Rahmen der Geschichte. Doch die große Welt spiegelt sich auch hier im Kleinen und umgekehrt. Kenntnisreiche Detailschilderungen, genau beobachtete menschliche Schwächen und lakonischer Humor sind die Stärken des Ascholdinger Tierarztes und Krimiautors.

Nach seiner bühnenreifen Lesung hielt das Publikum nicht mit Fragen hinterm Berg. »Wer der Täter ist, wird nicht verraten«, bremste Unterholzner allerdings. Dafür verriet er, wie er auf die Figur der Rollstuhlfahrerin kam: „Dass es eine Frau wurde, ist reiner Zufall. Doch Grundlage war ein Freund von mir, der im Rollstuhl sitzt und der einen Satz sagte, der mir bis heute in Erinnerung blieb: Nämlich, dass er im Kopf tanzen könne.« Ob er zu Beginn des Schreibens wisse, wer der Mörder ist, wollte das Publikum wissen. »Am Anfang hab’ ich noch keine Ahnung, auch noch nicht in der Mitte. Wie die Geschichte entwickelt sich auch der Täter erst nach und nach.« Seine Theorie dazu: »Als Tierarzt habe ich es ja stets mit stummen Patienten zu tun. Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, braucht es Zeit.« Aber genau das reize ihn: »Man muss bei Krimis sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen bei der Stange bleiben.«

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Münchner Merkus, 23.02. 2012

Mörderischer Zeitvertreib

Es herrschte eine atemlose Stille, so aufmerksam lauschten am Donnerstagabend rund 60 Zuhörer dem Autor Georg Unterholzner. In der Buchhandlung Rupprecht präsentierte er seinen neuen Krimi »Die Gezeichneten«.

Von Nina Daebel

Artikel in neuem Fenster öffnenWolfratshausen - »Sie haben es richtig spannend gemacht«, sagte Angela Schloyer, Filialleiterin in der Buchhandlung Rupprecht in Wolfratshausen, und dankte Georg Unterholzner für die unterhaltsame Lesung. Schließlich könne nicht jeder, der gut schreibe, auch gut vorlesen. Das wiederum hatte die Unternehmerin Maria Rupprecht zu Beginn der Veranstaltung gesagt. »Vorlesen ist eine große Kunst, und Kollegen von mir haben bestätigt, dass Lesungen mit Ihnen immer ein Vergnügen seien.«

Und so schlug Unterholzner die Seiten seines vierten bandes der von ihm ersonnenen Romanreihe um die Burschen Max und Kaspar auf, um vor allem von Elli zu erzählen. Sie sitzt im Rollstuhl, hat einen vermögenden Vater und eines Tages liegt in ihrem Wohnzimmer ein toter Mann. Es ist Horst, der Zivi, der sich Tag und Nacht um sie gekümmert und gerne mit Drogen dedealt hat. Hat Elli ihn erschlagen, weil er im Ausland ein neues Leben beginnen wollte - ohne das Mädchenim Rollstuhl? Oder war es seine Schwester, die ihn hinterrücks erstochen hat?

Natürlich verriet Unterholzner nicht, wer der Mörder ist. Doch alle anderen Fragen der Zuhörer beantwortete er sehr gerne. »Warum spielt die Geschichte diesmal in München und nicht wieder bei uns in der Gegend?«, wollte eine Dame wissen. Für Unterholzner hätte die Geschichte an einem anderen Schauplatz nicht funktioniert, wie er betonte. Schließlich hätten sich die Protagonisten Max und Kaspar weiterentwickelt. Mittlerweile sind sie 21 Jahre alt und studieren. Und so ganz ohne Wolfratshausen müsse der Roman ja gar nicht auskommen, so der Autor. Doch die Zuhörerin setzte noch einmal nach: »Was erwartet uns denn noch? Amerika?« Unterholzner lachte und konterte: »Nein, da kenne ich mich nicht aus.«

Natürlich kam auch die Frage, wie man vom Tierarzt zum Autor wird. Und Unterholzner erzählte von Rindern, die im Sommer auf der Weide, und von Kleintierbesitzern, die im Urlaub seien. »Im Sommer hat man als Tierarzt viel Zeit, in der man nicht wirklich etwas zu tun hat, aber jederzeit abrufbar sein muss. Um diese freie Zeit zu füllen, habe ich mit dem Schreiben begonnen.« Erst seien nur kleine Geschichten entstanden, dann große, und irgendwann sei eine dieser großen Geschichten zu einem Kriminalroman mutiert.

»Sind Sie als Autor ein Naturtalent oder haben Sie Kurse besucht?«, wollte ein Zuhörer wissen. Daraufhin betonte Unterholzner, dass ihm das Schreiben einfach unglaublich viel Spaß mache. Dabei stehe aber immer der Fall im Mittelpunkt, nie der Täter. »Wenn ich anfange zu schreiben, weiß ich nicht, wer der Mörder ist.«

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Süddeutsche Zeitung, 23.02. 2012

Kaspar und Max sind ausgewachsen

Georg Unterholzner hat einen neuen Roman geschrieben - der vierte Krimi mit den beiden jugendlichen Hobbydetektiven

Von Petra Schneider

Artikel in neuem Fenster öffnenAscholding - Seit einigen Jahren gehören Kaspar und Max zur Familie Unterholzner. »Als der Max ins Kloster gegangen ist, hat meine Mutter geweint«, sagt Georg Unterholzner. Vier Krimis hat der 50-Jährige über die beiden jugendlichen Hobbydetektive geschrieben, »Die Gezeichneten« ist kürzlich erschienen. Unterholzner, der mit seiner Familie in Ascholding lebt, arbeitet tagsüber als Amtstierarzt im Landratsamt, abends beschäftigt er sich mit seinen Figuren. Die ehemaligen Internatsschüler des Klosters »Heiligenbeuern« haben sich inzwischen zu jungen Männern ausgewachsen: Kaspar wohnt in Schwabing und studiert Griechisch und Latein, Max ist in den Benediktinerorden eingetreten.

»Die Frage war nun, wie bringe ich den Max wieder aus dem Kloster heraus«, sagt Unterholzner. Denn dass der lebenslustige Sohn vom Bräu aus Wolfratshausen da nicht hinpasst, ahnte nicht nur Unterholzners Mutter. Über seine Figuren spricht der Autor wie über Freunde. Der Max sei ein langer Schlacks mit rötlichen Haaren, temperamentvoll und schlau, einer, der nicht lange fackelt. Ganz anders der gutmütige Kaspar. »Den kann ich mir nicht so genau vorstellen.«. Schließlich sei er der Ich-Erzähler und Chronist. Und würde sich als solcher eben nicht selbst beschreiben. Das muss Unterholzner akzeptieren, auch, dass seine Figuren ein Eigenleben entwickeln. »Da möchte ich nicht dagegen arbeiten.« Auch der Plot entwickle sich wie von selbst. »Bis zur Mitte eines Krimis weiß ich nicht, wer der Mörder ist.«

Für den Autor sind seine Geschichten wie eine Reise in die eigene Vergangenheit: die Musik der 70-er, die Frauengeschichten, die selbst gedrehten Zigaretten und die Suche nach dem Wohin im Leben. Ausgehend von einem »Kristallisationspunkt« nehmen sie ihren Lauf. Im Fall seines neuen Romans sei dieser Punkt der Satz eines Freundes gewesen, der an Kinderlähmung erkrankte und im Rollstuhl saß. »Der hat einmal zu mir gesagt, dass er im Kopf tanzen kann«, sagt Unterholzner. Das habe ihn interessiert - auch wie das sei, »Sex bei Menschen mit Behinderungen«. Also hat er sich Fachbücher besorgt. »Da ist mir klar geworden, dass sich auch Behinderte als sexuell attraktive Wesenwahrnehmen wollen.« So ist Elli in die Geschichte eingetreten: eine intelligente und eigensinnige junge Frau, die seit einem Sturz aus dem Fenster im Rollstuhl sitzt. Sie ist es, die Max aus dem Kloster holt. »Denn das kann nur eine Frau«, sagt der Autor. Eineinhalb Jahre hat Unterholzner an seinem vierten Roman gearbeitet, herausgekommen ist ein straff aufgebauter Krimi mit überschaubarem Personal. Es geht um den ermordeten Pfleger von Elli, Erpressung, pikante Details um einen italienischen Schmusesänger, Drogen. Schauplatz ist eine Schwabinger Wohnung, alles fast kammerspielartig reduziert. Auch Lokalkolorit und »Schenkelklopfer« setzt Unterholzner sparsamer ein als bei den Vorgängerromanen. Seine Protagonisten würden schließlich erwachsen.

Dass man seine Romane in die Schublade »Regionalkrimis« einsortiert, hat ihn immer geärgert. Er könne doch nur über das schreiben, was er kenne. Das sei nun einmal seine Heimat oder das Leben im Internat, das der ehemalige Schüler des Internats Kloster Schäftlarn aus erster Hand kennt. Im Vordergrund stehen die Figuren und ihre Beziehung zueinander. Sie auszuleuchten, ist dem Autor gut gelungen. Unterholzner ist ein genauer Beobachter. Seine Figuren, allen voran Elli, sind differenziert, ihre Handlungen psychologisch nachvollziehbar. Action mag er nicht, auch nicht, »dass man sich von abartigen Gewaltszenen beschmutzt fühlt«.

Ganz in seinem Element ist Unterholzner bei seinen Lesungen. Dann übersetzt er seine hochdeutschen Texte ins Bairische, weil das eben seine Sprache ist, und genießt es, wenn der Funke im Publikum überspringt. Sein Lektor beim Rosenheimer Verlagshaus habe neulich gesagt, dass man »Die Gezeichneten« wunderbar verfilmen könne. »Dann würde ich den Bräu von Wolfratshausen spielen, weil der so schön schimpfen kann«, sagt Unterholzner.

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(Süddeutsche Zeitung Content).

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Münchner Merkur, 16.02. 2012

Kaspar auf Spurensuche

Neuer Krimi: »Die Gezeichneten«

von Sabine Hermsdorf

Artikel in neuem Fenster öffnenDeining – »Aber im Kopf, da kann ich tanzen«. Vorvielen Jahren überraschte Walter Kuhn seinen Freund, den Tierarzt und Krimiautor Georg Unterholzner mit diesem Ausspruch. Denn Kuhn würde nie auf diese andere, diese normale Art tanzen können - Kuhn saß im Rollstuhl. »Doch diesen Gedanken konnte ich nie wieder vergessen«, sagt Unterholzner heute. »Er war irgendwie immer präsent.« Jetzt verarbeitete der gebürtige Deininger diese Vorstellung in seinem vierten Krimi. »Die Gezeichneten« widmet er seinem Freund Walter Kuhn.

Die Studentin Elli ist nach einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt. Sie ist auf die Hilfe des Zivis Horst angewiesen, der ein wenig aussieht wie David Bowie. Horst, der mit Drogen handelt und eines Abends erschlagen in ihrem Wohnzimmer liegt. Elli bittet ihren Mitstudenten Kaspar um Hilfe. Doch schnell bemerkt Kaspar, dass Elli etwas zu verbergen hat. Welche Rolle hat Horst wirklich in ihrem Leben gespielt? Weiß Elli vielleicht doch, von wem der mysteriöse Erpresserbrief kommt? Welches Bild hat Elli von ihrer Wohnzimmerwand genommen? Und warum hat sie später die noch sichtbaren Umrisse mit einem Poster überklebt?

Doch nicht nur Kaspar, sondern auch die Kriminalbeamten Hastreiter und Huber, die mit dem Fall betraut sind, schöpfen Verdacht. In seiner Not wendet sich Kaspar an seinen Freund Max, mit dem er in der Vergangenheit bereits an der Lösung einiger Kriminalfälle mitgewirkt hat. Doch kaum beginnt Max, unangenehme Fragen zu stellen, wird er niedergestochen.

Georg Unterholzners Krimi »Die Gezeichneten« spielt wie die ersten drei Bände »Die dritte Leich«, »Schalchttage« und »Möderlatein« zwischen Wolfratshausen, Geretsried und München in den 1970er Jahren. »In einer Zeit, in der sich Eltern und Lehrer noch über Rockmusik und lange Haare ärgerten und das Testbild des Fernsehers einen zur gegebenen Zeit weckte«, so der Autor. Und noch eine Gemeinsamkeit zeichnet die Krimis des 50-jährigen aus: Das überraschende Ende, eine Auflösung, mit der keiner gerechnet hat.

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Süddeutsche Zeitung, 25.03. 2010

Zwei Morde zum Frühstück

Georg Unterholzner eröffnet neue Reihe in der Aumühle

von Silvia Deufel

Artikel in neuem Fenster öffnenFürstenfeldbruck – Der Duft von Kaffee und frischen Croissants durchströmt das Lesecafé in der Aumühle, die Besucher lauschen gespannt der Stimme des Kriminalautors Georg Unterholzner. So sieht ein gelungener Start in die Woche aus - vorausgesetztman hat die Zeit dafür. Das literarische Frühstück mit Unterholzner am Montag war der Auftakt einer Reihe, die die Stadtbibliothek in unregelmäßigen Abständen montags mit verschiedenen Autoren fortsetzen will. Die Schriftsteller stammen meist aus der Region und haben oft gerade ihr erstes Buch veröffentlicht, denn die Stadtbibliothek möchte jungen oder zumindest neuen Literaten eine Bühne bieten. »Das literarische Frühstück ist eine Plattform für kleine Autoren und mal etwas ganz anderes als eine übliche Abendveranstaltung«, sagt Bibliotheksleiterin Diana Rupprecht.

Den Anfang machte der 48-jährige Unterholzner: Er las in gemütlicher Atmosphäre vor 30 Krimifans aus seinen Regionalkrimis »Die dritte Leich« und »Schlachttage«, die 2009 im Rosenheimer Verlagshaus erschienen sind. Selbstverständlich bei den Dialogen auf bayerisch, denn das ist Kennzeichen seiner Kriminalromane. »Das Buch ist zwar auf Hochdeutsch geschrieben, anhand der Satzstellung merkt man aber schnell, wer bbayerisch redet«, erklärt Unterholzner. Komödiantische Momente sorgten für Schmunzeln und Lachen, genaue Beschreibungen der Schauplätze projizierten bei den Zuhörern ein lebendiges Bild vor das innere Auge. Die Protagonisten der beiden Romane, die Ende der sechziger Jahre spielen, sind die Jung-Detektive Kaspar und Max. Die 14-jährigen Schüler helfen dem dubiosen Inspektor Huber zunächst einen mysteriösen Todesfall in ihrem Internat Heiligenbeuern aufzuklären. Der zweite Fall führt die älter gewordenen, mittlerweile 17-jährigen Hobby-Detektive ins bayerische Oberland, in die Kreisstadt Wolfratshausen und deren dörfliche Umgebung: Eine alte Bäuerin liegt blutüberströmt unter dem Vordach ihres Hauses. Kaspar, Max und Inspektor Huber können die Meinung des alten Dorfpfarrers nicht teilen, der von einem natürlichen Tod ausgeht. Die Umstände sind zu undurchsichtig - Unfall und Mord sind gleichermaßen möglich. Verdächtige gibt es zumindest viele, denn von der großen Erbschaft können einige Dorfbewohner profitieren ...

Biografische Züge und nacherzählte Geschichten mitten aus dem Leben des Autors sowie der persönliche Bezug zum Handlungsort lassen die fiktiven Mordfälle real erscheinen. Beste Voraussetzungen für einen spannenden Krimi. »Für mich wäre es unmöglich, einen Krimi über einen New Yorker Junkie zu schreiben«, sagt der passionierte Autor. Unterholzner war selbst jahrelang Schüler im Internat Schäftlarn und kennt das Leben hinter den Klostermauern genau. Er arbeitete nach dem Studiom der Tiermedizin als praktischer Tierarzt und ist seit 2001 als Amtsveterinär im Staatsdienst tätig. Mit seiner Frau und den beiden Kindern wohnt Unterholzner in Ascholding im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

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Münchner Merkur, 01.03. 2010

Autorenlesung: Verbrechen hinter Klostermauern

Unterholzner stellt seine Krimis am Schauplatz Benediktbeuern vor

von Vera Markert

Artikel in neuem Fenster öffnenBenediktbeuern – Georg Unterholzner ist daheim angekommen. Hier in Benediktbeuern, der heimlichen Kulisse seiner Romane. Der Ascholdinger Krimiautor besuchte am Freitagabend die Gäste-Information, um 30 Zuhörern aus seinen Büchern »Die dritte Leich« und »Schlachttage« vorzulesen.

Zum ersten Mal hatte der 48-Jährige eine Lesung im Klosterdorf. Dabei ist Benediktbeuern doch der Schauplatz des Geschehens, der in seinen Romanen allerdings Heiligenbeuern heißt. Unterholzner wollte auf Distanz zu seiner eigenen Biografie als Internatsschüler im Kloster Schäftlarn gehen. Auf der Suche nach der idealen Kulisse setzte er sich eines Sonntags ins Auto und fuhr die Klöster in der Region ab. Beim Anblick der Blutbuche im Klosterhof war Unterholzner sofort klar: Das ist es.

Dreh- und Angelpunkt ist das Kloster im Loisachtal vor allem im Debüt-Roman »Die dritte Leich«. Dort ereignet sich ein mysteriöser Todesfall: Der Abt der Klosterschule ist gestorben. Vom kirchlichen Milieu ist Unterholzner fasziniert. »In einem Kloster sind viele interessante Typen«, erzählte der Autor. Das spiegeln seine Figuren wider – angefangen bei den 14-jährigen Detektiven Kaspar und Max aus dem Internat über Inspektor Huber als Tribut an Columbo bis zum schrulligen Bibliothekar Pater Ignaz. »Ein Internat ist ein ganz eigenes Universum«, erklärte Unterholzner. Diesen Internatsalltag muss man kennen, um ihn beschreiben zu können.

Spannung, Tragik und Verbrechen: Die für das Genre typischen kriminalistischen Momente gingen bei der Lesung schlichtweg ab. Vielmehr verblüffte Unterholzner das Publikum, indem er sich bewusst auf die Stimmung in den Büchern und das Lokalkolorit konzentrierte. Er wählte Szenen aus, in denen insbesondere die Figuren zur Geltung kamen. Dabei versetzte sich der redegewandte Autor geschickt in jeden Charakter, jedes Milieu und jede Stimmung, inklusive Mimik und Gestik. Die exakte Schilderung reicherte er durch komödiantische Momente an. Und ganz nebenbei schaffte er es noch, den hochdeutschen Buchtext simultan auf Bairisch zu synchronisieren. Bei dieser Art des Vortrags blieb der Kriminalfall selbst zwar zweitrangig, damit bot der Autor aber geschickt viel Spielraum für die Lektüre zu Hause.

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Münchner Merkur, 22.02. 2010

Der Mensch des Tages: Literarischer Tierarzt

Tagsüber bekämpft er Tierseuchen und berät Metzger bei der Umsetzung von EU-Schlachtverordnungen. Aber abends schreibt er Krimis: Amtstierarzt Georg Unterholzner (48) liebt das Geheimnisvolle im Kloster Benediktbeuern.

von Christiane Mühlbauer

Artikel in neuem Fenster öffnen»Mei, ob des jemandem gefallen tät.« Georg Unterholzner aus Ascholding (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) haderte lange mit seinem ersten Manuskript »Die dritte Leich’«. Fünf Jahre hatte er daran geschrieben, dann schlummerte es in der Schublade. Beiläufig erzählte er einer Patientin davon – genauer gesagt der Frau von Filmregisseur Oliver Storz, die immer mit ihren Katzen zum Sterilisieren zu Unterholzner in Behandlung kam. Kurzentschlossen nahm die Dame das Manuskript mit nach Hause und gab es ihrem Mann, der sich wenige Tage später bei Unterholzner meldete.

»Ich dachte, der sagt: Mei Bua, tua weida deine Katzn sterilisieren«, erzählt Unterholzner. Stattdessen sagte Oliver Storz: Das Buch ist gut. Das war vor ein paar Jahren, und mittlerweile ist »Die dritte Leich’« in zweiter Auflage erschienen. Der Nachfolger heißt »Schlachttage« und erzählt von den beiden Internatsschülern Max und Kaspar aus Heiligenbeuern, die zusammen mit Inspektor Huber wieder einen Mordfall aufklären.

Wie seine Protagonisten ging auch Unterholzner auf einem Internat zur Schule – im Kloster Schäftlarn. Ähnlichkeiten weist er aber strikt von sich: »Ich wollte einfach aus einem Umfeld schreiben, in dem ich mich auskenne.« Versuch eins, ein Buch zu schreiben, war in seinen Augen nämlich gründlich schiefgegangen. Zuerst sollte der Mord in Nordrhein-Westfalen passieren. »Aber wenn ich versuchte, die Sprache regionaltypisch wiederzugeben, klang das wie Plastik.« Versuch zwei bezog sich auf Straubing. Aber auch hier musste Unterholzner die Segel streichen: »In der Gegend kenne ich mich gar nicht aus. Ich will, dass mein Krimi glaubwürdig ist.«

Der 48-Jährige legt Wert auf Authentizität und die passende Wiedergabe von bairischer Sprache. Also wurde doch der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zur Kulisse. Deinig, Unterholzners Heimatdorf, kommt darin vor, allerdings nicht der Bauernhof, auf dem er aufgewachsen ist: »Das ist tabu.« Ihn habe vielmehr gereizt, zu versuchen, ob er in der engen Kulisse von Klostermauern und Internat die Charaktere von zwei heranwachsenden Buben unterbringen kann. Im Kloster Benediktbeuern fand er das passende Ambiente. Dort – genauer gesagt im Lesesaal neben dem Rathaus – liest er nun zum ersten Mal aus seinen Krimis vor. Am Freitag, 26. Februar, kann man ab 19.30 Uhr mitfiebern, wie mörderisch es im Kloster Benediktbeuern zugeht. Katzenjammer ist definitiv nicht angesagt.

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Münchner Merkur, 10.02. 2010

Im Porträt: Endlich daheim

Der Krimiautor Georg Unterholzner kommt nach Benediktbeuern, der heimlichen Kulisse seines Internats

von Christiane Mühlbauer

Artikel in neuem Fenster öffnenBenediktbeuern – Es gibt Dinge im Leben, die wünscht man sich, sagt sie aber nie, und plötzlich werden sie Wirklichkeit. Bei Georg Unterholzner ist das der Fall. Unterholzner ist Amtstierarzt mit einer Leidenschaft fürs Schreiben. Zwei Krimis hat er schon verfasst: »Die dritte Leich« und »Schlachttage«. In beiden Romanen sind zwei Burschen aus dem Internat Heiligenbeuern die Hauptpersonen. Und jetzt, am 26. Februar, liest Unterholzner in Benediktbeuern. Und darauf freut er sich wie ein kleiner Bub auf die Sommerferien.

Ein Schelm, wer denkt, dass Benediktbeuern die Kulisse für Unterholzners Roman-Internat Heiligenbeuern ist. Das echte Vorbild ist genau genommen Schäftlarn, denn dort ging der 48-Jährige zur Schule. Doch Schäftlarn sollte auf keinen Fall in seinen Büchern vorkommen, aber ganz weit weg sollte die Story auch nicht spielen. Auf einer Tour durch die Klöster im Landkreis blieb schließlich Benediktbeuern vor seinem geistigen Auge hängen. Seit das erste Buch »Die dritte Leich« 2005 auf den Markt kam, hat Unterholzner schon viele Lesungen gemacht – sei aber klammheimlich immer an Benediktbeuern gedacht. Jetzt ist es soweit.

»Das Sujet ist mir mittlerweile peinlich«

Unterholzners Erzähl-Charme kann man kaum widerstehen. Hemdsärmlig sitzt er da und hat ein bisschen Angst vor einem Zahnarzt-Termin, der nach dem Redaktionsgespräch im Kalender steht. Nix Schlimmes, sagt er mit fahriger Handbewegung. Aber auch ein gestandener Tierarzt, der schon zig Katzen sterilisiert hat und jetzt für Tierseuchen-Bekämpfung zuständig ist, kriegt beim Zahnsteinentfernen kalte Füße.

Apropos Sterilisieren. Fünf Jahre lang saß Unterholzner an der »dritten Leich«. Dann hat er der Frau von Filmregisseur Oliver Storz, die ihre Katzen zur Behandlung in seine Praxis brachte, beiläufig von dem Manuskript erzählt. Prompt nahm es Frau Storz mit nach Hause und vermittelte ein Treffen der beiden Männer. »Ich dachte, der sagt: Mei Bua, tua weida deine Katzn sterilisieren«, berichtet Unterholzner. Stattdessen sagte Oliver Storz: Das Buch ist gut.

Ein paar Jahre ist das jetzt her. Regionalkrimis gibt es in der Zwischenzeit von jedem Einödhof, und Unterholzner sagt unumwunden: »Das Sujet ist mir mittlerweile peinlich. Überall gibt es diese weißwurstfressenden Kommissare.« Er selbst sieht die Sache ein bisschen differenzierter. Er sei es leid, dass in Büchern immer »Metzger als brutal, Viehhändler als hinterfotzig und Landwirte als solche dargestellt werden, die nur auf Subventionen scharf sind«.

Kaspar, Max und Inspektor Huber, die Hauptpersonen in seinen Büchern, begleiten Unterholzner nur selten im Alltag. Abends aber kommen sie zu ihm. Manchmal schickt er sie wieder weg. Beim Schreiben, sagt er, laufe es an manchen Tagen wie geschmiert. »Aber wenn man sich denkt: Mei, heute Abend wird’s gscheid, dann wird es garantiert nix.« Wie im richtigen Leben also. Authentisch sein, das ist ihm wichtig – gerade bei der Sprache. Deshalb liest er auch gerne vor. Im März ist er für seinen Verlag »Rosenheimer« übrigens auf der Leipziger Buchmesse. Wann und wo genau? Unterholzner fährt sich mit der Hand übers Kinn. »Oh mei«, sagt er. »Da müssen S’ meine Frau fragen.«

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